Doppelmitgliedschaft in Kammern

Mischbetriebe profitieren

Rund um das Thema Mitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer bzw. Handwerkskammer herrscht viel Irrglaube. Es gibt Unternehmen, die aufgrund ihrer Ausrichtung in beiden gewerblichen Kammern zur Mitgliedschaft verpflichtet sind. Dies kann sogar ein Vorteil sein, denn im Bedarfsfall hat der Betrieb per Gesetz zwei direkte Ansprechpartner – die HWK und IHK. Unterschiedliche Dienstleistungsangebote, Ansprechpartner, Netzwerke und Arbeitskreise innerhalb der beiden Organisationsstrukturen erweitern das Feld der Problemlösungskompetenz um ein Vielfaches. Wichtig zu erwähnen in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass Mischbetriebe keine doppelte Beitragslast zu Schultern haben. Je nach Anteil der Geschäftsfelder erfolgt eine entsprechende Aufteilung. So zahlt ein Kfz-Betrieb, der zu 70 Prozent handwerklich tätig ist (Reparaturen, Inspektionen etc.) und zu 30 Prozent einen Fahrzeughandel betreibt, lediglich die prozentualen Beitragsanteile. Interessant: Für besonders schwierige Abgrenzungsfälle gibt es ein Entscheidungsgremium, das mit Vertretern der IHK und HWK besetzt ist.

Betriebe aus dem landwirtschaftlichen Bereich – genauer gesagt die Eigentümer der Grundstücke – sind Pflichtmitglieder bei der Landwirtschaftskammer. Wer als Landwirt zusätzlich eine Biogasanlage betreibt, muss sein Gewerbe – meistens in Form einer Kommanditgesellschaft – ebenfalls bei der IHK anmelden. Eine Doppelmitgliedschaft eines Gewerbebetriebes bei LWK und IHK ist daher in der Praxis eher unüblich.

Weiterführende Informationen und Ansprechpartner:
Industrie- und Handelskammer Stade für den Elbe-Weser-Raum
Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade
Landwirtschaftskammer Niedersachsen