Coronavirus: Was Sie als Unternehmen wissen sollten!

Update 02.07.2020 - 08:00 Uhr

Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen kurz und knapp zusammengestellt. Bei weiteren Fragen oder Anmerkungen wenden Sie sich gerne direkt an uns – unter 04141 8006-0 oder info@wf-stade.de. Amtliche Bekanntmachungen des Landkreises Stade zur Beschränkung von  Kontakten im öffentlichen Bereich finden Sie hier.

Allgemeine Informationen zu den Unterstützungen für Unternehmen seitens der Bundesregierung finden Sie hier.

Themenübersicht:

  1. Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen
  2. Niedersachsen-Liquiditätskredit (Antragstellung weiterhin möglich)
  3. Corona-Sonderprogramm für gemeinnützige Kultureinrichtungen gestartet
  4. KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen
  5. BAFA: Beratungszuschuss für Unternehmen
  6. Steuerliche Hilfen für Unternehmen und Beschäftigte
  7. Temporärer Kündigungsschutz für gewerbliche Mieter
  8. Kurzarbeitergeld: Hinweise der Agentur für Arbeit Stade
  9. Zugang zur Grundsicherung wurde erleichtert
  10. Bürgschaften des Landes Niedersachsen
  11. Was können Sie bei einem Corona-Fall im Betrieb tun?
  12. Entschädigung von Verdienstausfällen nach dem Infektionsschutzgesetz
  13. Bundesregierung setzt Pflicht für Insolvenzanträge aus
  14. Arbeits- und arbeitsschutzrechtliche Fragen zum Coronavirus

1. Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen
Die Bundesregierung hat Eckpunkte für eine Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen beschlossen, die ihren Geschäftsbetrieb im Zuge der Corona-Krise ganz oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten. Mit dem Programm sollen Unternehmen nicht rückzahlbare Zuschüsse zu den fixen Betriebskosten gewährt werden, die deutlich höher sind als im Rahmen der bisherigen Soforthilfen. Voraussetzung ist, dass ein Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer die Umsatzausfälle und die betrieblichen Fixkosten bestätigt. Antragsberechtigt sind Unternehmen, die im April und Mai 2020 einen Umsatzrückgang von mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 nachweisen können. Das neue Bundesprogramm ist voraussichtlich ab dem 08. Juli 2020 verfügbar.

2. Niedersachsen-Liquiditätskredit
Mit dieser Förderung unterstützen das Land und die NBank kleine und mittlere Unternehmen sowie Angehörige Freier Berufe in Niedersachsen, die im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Pandemie Liquiditätsengpässe überbrücken müssen. Es wird ein Kreditbetrag bis 50.000 Euro für Investitionen und Betriebsmittel zur Verfügung gestellt, sofern Sie bis zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite der NBank.

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3. Sonderprogramm für gemeinnützige Kultureinrichtungen gestartet
Seit dem 19.05.2020 können nun auch gemeinnützige Kultureinrichtungen und Kulturvereine Corona-Soforthilfen erhalten. Zielgruppe sind die vielen Kultureinrichtungen in der Fläche, wie beispielsweise das soziokulturelle Zentrum, der Heimatverein oder die Freilichtbühne. Mit diesem Programm fördert das Kulturministerium jene, die durch das Raster der laufenden Programme fallen. Weitere Informationen finden Sie auf der NBank-Webseite.

4. KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen
Als Unternehmen, Selbstständiger oder Freiberufler sind Sie durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten und benötigen einen Kredit? Dann können Sie ab sofort bei Ihrer Bank oder Sparkasse einen Kredit für Investitionen und Betriebsmittel beantragen, sofern Sie bis zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren. Ab dem 15.04. ist ein KfW-Schnellkredit 2020 (ab 10 Mitarbeiter) zu beantragen, hier übernimmt die KfW 100% des Kreditausfallrisikos. Weitere Informationen finden auf der Webseite der KfW-Förderbank.

5. BAFA: Beratungszuschuss für Unternehmen
Die Beratungsförderung des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wird bundesweit angeboten und richtet sich an bereits gegründete, kleine und mittlere Unternehmen (inkl. Freie Berufe) mit Sitz in Deutschland. Unternehmen können für die Beratungsleistung einen maximalen Zuschuss in Höhe von 60% erhalten. Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie hier.

6. Steuerliche Hilfen für Unternehmen und Beschäftigte
Um Unternehmen in der Corona-Pandemie dabei zu unterstützen, ihre Ausstattung mit Liquidität zu verbessern, erhalten sie steuerliche Hilfen. Das Bundesfinanzministerium hat dazu mit den obersten Landesfinanzbehörden eine Reihe konkreter steuerlicher Erleichterungen abgestimmt. Eine Übersicht der steuerlichen Hilfen können Sie hier abrufen.

 

 

 

 

7. Temporärer Kündigungsschutz für gewerbliche Mieter
Mietern einer Gewerbeimmobilie kann bei verspäteter Zahlung nicht gekündigt werden. Das neue Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht (COVInsAG) befreit den Mieter aber nicht von der Zahlungspflicht, Verzugszinsen fallen ebenfalls an. Nicht gezahlte Beträge können weiter eingeklagt werden. Der Kündigungsschutz gilt (zunächst) nur vom 01.04. bis 30.06.2020. Alle in dieser Zeit entstandenen Mietrückstände müssen bis zum 30.06.2022 beglichen werden. Geschieht dies nicht, entfällt der Kündigungsschutz. Mieter können sich auf den Kündigungsschutz nur berufen, wenn sie aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht zahlen können. Im Streitfall muss der Mieter dies belegen. Der Kündigungsschutz gilt entsprechend für Pachtverträge.

8. Kurzarbeitergeld: Hinweise der Agentur für Arbeit Stade
Falls Sie Fragen zum Kurzarbeitergeld haben, dann wenden Sie sich gerne direkt an Ihren Ansprechpartner des Arbeitgeberservices in Stade. Falls Sie Ihren Ansprechpartner nicht erreichen, dann nutzen Sie die eingerichtete Sonderrufnummer, um Ihr Anliegen zu platzieren. Sie werden, sobald der Ansprechpartner wieder erreichbar ist und Sie eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter mit Ihren Kontaktdaten hinterlassen haben, zurückgerufen. Bleiben Sie bitte nicht in der Warteschleife. Ferner können Sie Anträge formlos per Mail oder den eService stellen oder in den Hausbriefkasten einwerfen.

9. Zugang zur Grundsicherung wurde erleichtert
Für Kleinunternehmer, Freiberufler und Soloselbstständige hat der Bund den Zugang zur Grundsicherung erleichtert. Wer durch die Corona-Krise Schwierigkeiten hat, seinen Lebensunterhalt zu sichern, kann Unterstützung bei den Jobcentern beantragen. Liquiditätsunterstützung aus Bundes- oder Länderprogrammen stellen dabei nicht per se einen Hinderungsgrund dar. Für 6 Monate entfällt zudem die übliche Vermögensprüfung, außer bei erheblichem Vermögen. Die Kosten der Unterkunft werden ebenfalls befristet anerkannt. Anträge und Informationen gibt es im Internet auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit oder telefonisch unter 0800-4555523.

10. Bürgschaften des Landes Niedersachsen
Niedersachsen steht gewerblichen Unternehmen, Unternehmen der Ernährungs-, Land- und Forstwirtschaft, Angehörigen freier Berufe und Trägern sozialer, kultureller und wissenschaftlicher Einrichtungen, die in Niedersachsen eine Betriebsstätte unterhalten oder eine förderungsfähige Maßnahme durchführen, erforderlichenfalls mit Bürgschaften zur Seite.
Für eine erste Kontaktaufnahme und weitere Informationen steht der Mandatar des Landes, die PricewaterhouseCoopers AG (Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Hannover) unter der Telefon-Nummer: 0511 - 5357 5323 zur Verfügung.

Für klassische Finanzierungsvorhaben der mittelständischen Wirtschaft stehen im Übrigen die NBB (Niedersächsische Bürgschaftsbank GmbH, Hannover), die ebenfalls bis zu 80%ige Ausfallbürgschaften übernimmt, und die MBG (Mittelständische Beteiligungsgesellschaft mbH, Hannover) zur Verfügung, die sich als stiller Gesellschafter an kleinen und mittleren Unternehmen beteiligt.

11. Was können Sie bei einem Corona-Fall im Betrieb tun?
Wie sollen Betriebsinhaber mit Krankheiten, wie dem Coronavirus, umgehen, die sich immer weiterverbreiten? Wie können Sie sich und Ihre Beschäftigten schützen? Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat angesichts der Verbreitung des Coronavirus ihr Faltblatt 10 Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung aktualisiert.

12. Entschädigung von Verdienstausfällen nach dem Infektionsschutzgesetz
Rechtsgrundlage hierfür ist § 56 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Dabei wird zwischen folgenden Verdienstausfällen unterschieden:

  1. Wurde durch das Gesundheitsamt des Landkreises Stade eine Quarantäne ausgesprochen, so erhalten Arbeitnehmer und Selbstständige bzw. Freiberufler eine Entschädigung für Verdienstausfälle.
  2. Seit dem 30.03.2020 können auch erwerbstätige Sorgeberechtigte (z. B. Eltern, Pflegeeltern) von minderjährigen Kindern eine Entschädigung beantragen, wenn sie durch die Schul- und Kitaschließungen einen Verdienstausfall erlitten haben.

Weitere Details, die Antragsunterlagen sowie ein erläuterndes Merkblatt finden Sie auf der Webseite des Landkreises Stade.

13. Bundesregierung setzt Pflicht für Insolvenzanträge aus
Im Normalfall müssen Geschäftsführer für ihr Unternehmen innerhalb von drei Wochen Insolvenz beantragen, sollte es zahlungsunfähig werden. Die Bundesregierung setzt diese Regelung bis Ende September 2020 außer Kraft.

14. Arbeits- und arbeitsschutzrechtliche Fragen zum Coronavirus
Kann ich zuhause bleiben? Muss ich ins Büro, wenn die Kollegen husten? Diese und andere Fragen beantwortet Ihnen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in ihren FAQ´s zum Coronavirus.