Coronavirus: Was Sie als Unternehmen wissen sollten!

Update 27.05.2020 - 08:00 Uhr

Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen kurz und knapp zusammengestellt. Bei weiteren Fragen oder Anmerkungen wenden Sie sich gerne direkt an uns – unter 04141 8006-0 oder info@wf-stade.de. Amtliche Bekanntmachungen des Landkreises Stade zur Beschränkung von  Kontakten im öffentlichen Bereich finden Sie hier.

Allgemeine Informationen zu den Unterstützungen für Unternehmen seitens der Bundesregierung finden Sie hier.

Themenübersicht:

  1. Niedersachsen-Soforthilfe (bis 31.05.2020) mit finanzieller Unterstützung des Bundes
  2. Niedersachsen-Liquiditätskredit
  3. KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen
  4. Zuschuss zum Beratungshonorar für Corona-geschädigte Unternehmen
  5. Steuerliche Hilfsmaßnahmen & Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen
  6. Temporärer Kündigungsschutz für gewerbliche Mieter
  7. Kurzarbeitergeld: Hinweise der Agentur für Arbeit Stade
  8. Zugang zur Grundsicherung wurde erleichtert
  9. Bürgschaften des Landes Niedersachsen
  10. Was können Sie bei einem Corona-Fall im Betrieb tun?
  11. Entschädigung von Verdienstausfällen nach dem Infektionsschutzgesetz
  12. Bundesregierung setzt Pflicht für Insolvenzanträge aus
  13. Arbeits- und arbeitsschutzrechtliche Fragen zum Coronavirus
  14. Corona-Sonderprogramm für gemeinnützige Kultureinrichtungen gestartet

1. Niedersachsen-Soforthilfe mit finanzieller Unterstützung des Bundes
Soforthilfe Corona: Antragsstellung noch bis 31.05.2020 möglich!
Über 100.000 Antragsteller aus Niedersachsen haben bereits Anträge auf Soforthilfe mit Unterstützung des Bundes gestellt. Wenn Sie als Unternehmen aufgrund der Coronakrise in monetären Schwierigkeiten stecken, haben Sie noch bis zum 31.05.2020 die Möglichkeit, ebenfalls einen Antrag auf die Soforthilfe des Bundes zu stellen. Sollten Sie zwar schon einen Antrag gestellt, bisher aber noch keine Rückmeldung seitens der NBank erhalten haben, können Sie einen Antrag auf Bundesmittel – erneut – stellen. Tipps zum weiteren Vorgehen nach Erhalt eines vorläufigen Ablehnungsbescheids erhalten Sie hier.

Sie haben Fragen zum Förderprogramm Niedersachsen-Soforthilfe Corona mit finanzieller Unterstützung des Bundes? Dann finden Sie in diesem Merkblatt der NBank Antworten auf die häufig gestellten Fragen, u. a. ist mein Unternehmen antragsberechtigt, was wird gefördert oder wie berechne ich die Beschäftigtenzahl in Vollzeitäquivalenten (VZÄ)?

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Wenn Sie als kleines Unternehmen, Soloselbstständiger und Angehöriger der freien Berufe (bis 49 Beschäftigte – Vollzeitäquivalent) einschließlich Unternehmen mit landwirtschaftlicher Urproduktion, in Folge der Covid-19-Pandemie in Ihrer Existenz bedroht sind, können Sie eine Soforthilfe über das NBank-Kundenportal elektronisch bzw. direkt per E-Mail beantragen.

Selbst wenn sie schon einen Antrag auf Landesförderung ohne Bundesmittel gestellt haben, auf den Sie bisher noch keine Rückmeldung bekommen haben, stellen Sie einen zusätzlichen Antrag Niedersachsen-Soforthilfe Corona mit finanzieller Unterstützung des Bundes.

Die Förderung besteht aus einer Einmalzahlung in Höhe von:
Fehlbetrag der sich in den nächsten 3 Monaten ergibt…
- bis zu 9.000 Euro: bei bis zu 5 Beschäftigten
- bis zu 15.000 Euro: bei bis zu 10 Beschäftigten
- bis zu 20.000 Euro: bei bis zu 30 Beschäftigten
- bis zu 25.000 Euro: bei bis zu 49 Beschäftigten

Bitte beachten:
Eine bereits erhaltene Soforthilfe aus der Niedersachsen-Soforthilfe Corona (ohne finanzielle Unterstützung des Bundes) wird auf diese Soforthilfe in voller Höhe angerechnet. Beispiel: Haben Sie bereits 3.000 Euro im Rahmen der Niedersachsen-Soforthilfe bekommen und Ihnen werden nun 9.000 Euro im Rahmen des Bundeszuschusses bewilligt, dann erhalten Sie weitere 6.000 Euro.

Rückzahlung: Bei zuviel bzw. zu Unrecht erhaltenen Zuschüssen ist der entsprechende Betrag an die NBank zu zahlen. Die IBAN sowie Hinweise für den Verwendungszweck finden Sie in den FAQ´s der NBank (siehe Rückzahlung von Sonderhilfen).

Die genauen Voraussetzungen und Bedingungen der Förderung finden Sie auf der NBank Webseite und in der dazugehörigen Produktinformation.

2. Niedersachsen-Liquiditätskredit
Mit dieser Förderung unterstützen das Land und die NBank kleine und mittlere Unternehmen sowie Angehörige Freier Berufe in Niedersachsen, die im Zusammenhang mit der aktuellen Corona-Pandemie Liquiditätsengpässe überbrücken müssen. Es wird ein Kreditbetrag bis 50.000 Euro für Investitionen und Betriebsmittel zur Verfügung gestellt, sofern Sie bis zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Webseite der NBank.

3. KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen
Als Unternehmen, Selbstständiger oder Freiberufler sind Sie durch die Corona-Krise in finanzielle Schieflage geraten und benötigen einen Kredit? Dann können Sie ab sofort bei Ihrer Bank oder Sparkasse einen Kredit für Investitionen und Betriebsmittel beantragen, sofern Sie bis zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten waren. Ab dem 15.04. ist ein KfW-Schnellkredit 2020 (ab 10 Mitarbeiter) zu beantragen, hier übernimmt die KfW 100% des Kreditausfallrisikos. Weitere Informationen finden auf der Webseite der KfW-Förderbank.

4. Zuschuss zum Beratungshonorar für Corona-geschädigte Unternehmen
Beratende, die beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gelistet sind, können für ihre Beratungsleistung einen 100%igen Zuschuss beantragen. Die Beratung ist auf Unternehmen, die wegen der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten sind, ausgerichtet und kann mit einem Zuschuss in Höhe von max. 4.000 Euro gefördert werden. Lediglich die Umsatzsteuer muss vom Unternehmen getragen werden. Die Antragstellung finden Sie hier.

 

 

 

5. Steuerl. Hilfsmaßnahmen & Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen
Um die Steuerpflichtigen zu entlasten, die durch die Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus unmittelbar und erheblich betroffenen sind, hat das Nds. Finanzministerium in Abstimmung mit dem Bundesministerium der Finanzen steuerliche Erleichterungen eingeräumt. Auf dieser Seite finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen, wie bspw. Steuerstundung, Zuständigkeiten sowie Beachtenswertes.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erklärt in einem Rundschreiben die erleichterte Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen durch die Einzugsstellen (= gesetzliche Krankenkassen).

Eine Übersicht über die Liquiditäts-Unterstützung von Seiten des Finanzamtes sowie der Krankenkassen gibt Ihnen diese Tabelle.

6. Temporärer Kündigungsschutz für gewerbliche Mieter
Mietern einer Gewerbeimmobilie kann bei verspäteter Zahlung nicht gekündigt werden. Das neue Gesetz zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie im Zivil-, Insolvenz- und Strafverfahrensrecht (COVInsAG) befreit den Mieter aber nicht von der Zahlungspflicht, Verzugszinsen fallen ebenfalls an. Nicht gezahlte Beträge können weiter eingeklagt werden. Der Kündigungsschutz gilt (zunächst) nur vom 01.04. bis 30.06.2020. Alle in dieser Zeit entstandenen Mietrückstände müssen bis zum 30.06.2022 beglichen werden. Geschieht dies nicht, entfällt der Kündigungsschutz. Mieter können sich auf den Kündigungsschutz nur berufen, wenn sie aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht zahlen können. Im Streitfall muss der Mieter dies belegen. Der Kündigungsschutz gilt entsprechend für Pachtverträge.

7. Kurzarbeitergeld: Hinweise der Agentur für Arbeit Stade
Falls Sie Fragen zum Kurzarbeitergeld haben, dann wenden Sie sich gerne direkt an Ihren Ansprechpartner des Arbeitgeberservices in Stade. Falls Sie Ihren Ansprechpartner nicht erreichen, dann nutzen Sie die eingerichtete Sonderrufnummer, um Ihr Anliegen zu platzieren. Sie werden, sobald der Ansprechpartner wieder erreichbar ist und Sie eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter mit Ihren Kontaktdaten hinterlassen haben, zurückgerufen. Bleiben Sie bitte nicht in der Warteschleife. Ferner können Sie Anträge formlos per Mail oder den eService stellen oder in den Hausbriefkasten einwerfen.

8. Zugang zur Grundsicherung wurde erleichtert
Für Kleinunternehmer, Freiberufler und Soloselbstständige hat der Bund den Zugang zur Grundsicherung erleichtert. Wer durch die Corona-Krise Schwierigkeiten hat, seinen Lebensunterhalt zu sichern, kann Unterstützung bei den Jobcentern beantragen. Liquiditätsunterstützung aus Bundes- oder Länderprogrammen stellen dabei nicht per se einen Hinderungsgrund dar. Für 6 Monate entfällt zudem die übliche Vermögensprüfung, außer bei erheblichem Vermögen. Die Kosten der Unterkunft werden ebenfalls befristet anerkannt. Anträge und Informationen gibt es im Internet auf den Seiten der Bundesagentur für Arbeit oder telefonisch unter 0800-4555523.

9. Bürgschaften des Landes Niedersachsen
Niedersachsen steht gewerblichen Unternehmen, Unternehmen der Ernährungs-, Land- und Forstwirtschaft, Angehörigen freier Berufe und Trägern sozialer, kultureller und wissenschaftlicher Einrichtungen, die in Niedersachsen eine Betriebsstätte unterhalten oder eine förderungsfähige Maßnahme durchführen, erforderlichenfalls mit Bürgschaften zur Seite.
Für eine erste Kontaktaufnahme und weitere Informationen steht der Mandatar des Landes, die PricewaterhouseCoopers AG (Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Hannover) unter der Telefon-Nummer: 0511 - 5357 5323 zur Verfügung.

Für klassische Finanzierungsvorhaben der mittelständischen Wirtschaft stehen im Übrigen die NBB (Niedersächsische Bürgschaftsbank GmbH, Hannover), die ebenfalls bis zu 80%ige Ausfallbürgschaften übernimmt, und die MBG (Mittelständische Beteiligungsgesellschaft mbH, Hannover) zur Verfügung, die sich als stiller Gesellschafter an kleinen und mittleren Unternehmen beteiligt.

10. Was können Sie bei einem Corona-Fall im Betrieb tun?
Wie sollen Betriebsinhaber mit Krankheiten, wie dem Coronavirus, umgehen, die sich immer weiterverbreiten? Wie können Sie sich und Ihre Beschäftigten schützen? Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat angesichts der Verbreitung des Coronavirus ihr Faltblatt 10 Tipps zur betrieblichen Pandemieplanung aktualisiert.

11. Entschädigung von Verdienstausfällen nach dem Infektionsschutzgesetz
Rechtsgrundlage hierfür ist § 56 Infektionsschutzgesetz (IfSG). Dabei wird zwischen folgenden Verdienstausfällen unterschieden:

  1. Wurde durch das Gesundheitsamt des Landkreises Stade eine Quarantäne ausgesprochen, so erhalten Arbeitnehmer und Selbstständige bzw. Freiberufler eine Entschädigung für Verdienstausfälle.
  2. Seit dem 30.03.2020 können auch erwerbstätige Sorgeberechtigte (z. B. Eltern, Pflegeeltern) von minderjährigen Kindern eine Entschädigung beantragen, wenn sie durch die Schul- und Kitaschließungen einen Verdienstausfall erlitten haben.

Weitere Details, die Antragsunterlagen sowie ein erläuterndes Merkblatt finden Sie auf der Webseite des Landkreises Stade.

12. Bundesregierung setzt Pflicht für Insolvenzanträge aus
Im Normalfall müssen Geschäftsführer für ihr Unternehmen innerhalb von drei Wochen Insolvenz beantragen, sollte es zahlungsunfähig werden. Die Bundesregierung setzt diese Regelung bis Ende September 2020 außer Kraft.

13. Arbeits- und arbeitsschutzrechtliche Fragen zum Coronavirus
Kann ich zuhause bleiben? Muss ich ins Büro, wenn die Kollegen husten? Diese und andere Fragen beantwortet Ihnen das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in ihren FAQ´s zum Coronavirus.

14. Sonderprogramm für gemeinnützige Kultureinrichtungen gestartet
Seit dem 19. Mai 2020 können nun auch gemeinnützige Kultureinrichtungen und Kulturvereine Corona-Soforthilfen erhalten. Zielgruppe sind die vielen Kultureinrichtungen in der Fläche, wie beispielsweise das soziokulturelle Zentrum, der Heimatverein oder die Freilichtbühne. Mit diesem Programm fördert das Kulturministerium jene, die durch das Raster der laufenden Programme fallen. Weitere Informationen finden Sie auf der NBank-Webseite.